Ein Bericht für eine Akademie

„Ein Bericht für eine Akademie“
von Franz Kafka mit Herbert A. Bruns

Der Kölner Schauspieler Herbert A. Bruns bereist zusammen mit einem Musikerkollegen Kleinbühnen, um zu zeigen, dass Kafka höchst interessant und zudem verständlich vermittelbar sein kann.

Kafkas „Ein Bericht für eine Akademie“ behandelt das Dilemma zwischen Freiheit und menschlicher Existenz, den Kampf zwischen Natur und Kultur in jedem von uns. Ein Affe, der an der afrikanischen Küste angeschossen und eingefangen wird, entschließt sich, auf dem Weg nach Europa Mensch zu werden. Das scheint ihm der einzig mögliche Ausweg aus seiner Gefangenschaft. Er hält nun vor der Akademie einen Vortrag über sein „äffisches Vorleben“ und seine Menschwerdung. Er erscheint als äußerst eleganter Mensch und weist zunächst jegliche außergewöhnlichen Verbindungen zu seiner Vergangenheit von sich. „Ihr Affentum, meine Damen und Herren, kann Ihnen nicht ferner sein, als mir das meine.“ Er doziert und plaudert souverän und distanziert über seinen Ursprung. Mit zunehmender Intensität der Erinnerungen steigt die Emotionalität seines Vortrages und Gefühle wie Haß, Frustration, Angst und Freude kommen zu Tage. Als er sich an sein erstes gesprochenes Wort „Hallo“ erinnert, ist sein Enthusiasmus nicht mehr zu bremsen, der Vortrag nimmt groteske Züge an…

Kafka spricht hier unterschiedliche, aber im Prinzip äußerst aktuelle Themen an, die letztlich aber auch irgendwie zusammenhängen: Die Situation des Außenseiters, Gewalt, Mut, Mitgefühl, Befreiung aus der scheinbaren Ausweglosigkeit.

Dieses Ein-Personen-Stück verspricht also letztlich einen schillernden und höchst unterhaltenden literarischen Genuss auf höchstem Level und sollte ein Muss für alle literarisch Interessierten sein.